26. Juli 2009
Ein nebliger Morgen, so als wüsste die Welt, was in ihr geschieht und hüllt sich in vornehme Zurückhaltung. Sanft eingehüllt von Heu liegt ein kleiner, regloser Körper in seiner Welt. Es sieht aus, als schlafe er, nur die Reglosigkeit des feinen, grauen Fells verrät, dass dies ein ganz besonders fester Schlaf ist. In seinem Mund ein kleiner Grashalm, bis zum Schluss hatte er noch guten Hunger. Oder diente ihm dieser kleine Stengel der Mundhygiene… wir werden es nie erfahren. Aber das Leben von Mäusen scheint mir ohnehin voller kleiner Rätsel. Warum kacken sie in ihr Essen? Warum haben sie diesen Drang, alles in seine Bestandteile zu zerlegen? Warum haben sie so eine merkwürdige Vorliebe für das Stricken? Fragen, die nur eine Maus uns beantworten könnte, wenn sie könnte… Oder sie wollen nicht, halten uns als ihre Haustiere, weil sie uns so putzig finden, und wir immer so komische Dinge tun.
Rambo jedenfalls hatte wohl seinen Spaß, das darf ich zurecht behaupten. Es war ein langes, ereignisreiches Leben. Nun hat er Ruhe, seine Aufgabe ist erledigt. Ich weiß nicht wo, aber irgendwo darf er jetzt glücklich in alle Ewigkeit nagen, buddeln und sich putzen. Das hat er sich verdient!